Peinliche Fotomontage Mubarak, der vorgeschobene Präsident
Ganz vorn Mubarak, dahinter Obama und Co: So zeigte das Bild der offiziösen ägyptischen Zeitung "Al-Ahram" den Staatschef auf dem Weg zu Nahostverhandlungen. Auf dem Originalfoto allerdings marschiert der US-Präsident voran. Das passte dem Blatt offenbar gar nicht. Er inszeniert sich gern als Anführer. Als jemand, der vorangeht.
- 16 سبتمبر 2010
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- الحوار نت
16.09.2010
Peinliche Fotomontage
Mubarak, der vorgeschobene Präsident
Von Fabian Reinbold
Nahost-Friedensgespräche in Washington. Im Originalfoto geht Husni Muburak hinten links
Ganz vorn Mubarak, dahinter Obama und Co: So zeigte das Bild der offiziösen ägyptischen Zeitung "Al-Ahram" den Staatschef auf dem Weg zu Nahostverhandlungen. Auf dem Originalfoto allerdings marschiert der US-Präsident voran. Das passte dem Blatt offenbar gar nicht.
Er inszeniert sich gern als Anführer. Als jemand, der vorangeht. Zuletzt gab es da wieder eine gute Gelegenheit.
Anfang September führte Husni Mubarak einige der mächtigsten Männer der Welt über den roten Teppich im Weißen Haus. Beim Auftakt der Nahost-Friedensgespräche in Washington schritt Ägyptens Staatschef voran, gefolgt von US-Präsident Barack Obama. Auch Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu, Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und Jordaniens König Abdullah folgten Mubarak über den Teppich - so sahen es diese Woche zumindest die Leser der ägyptischen Tageszeitung "Al-Ahram".
Für den 82-jährigen Mubarak ein gutes Bild. Die Sache hat nur einen Haken: Die mehrheitlich in Staatsbesitz befindliche und vom Informationsministerium kontrollierte Zeitung nahm es mit den tatsächlichen Ereignissen offenbar nicht so genau.
Die ägyptische Version: Da marschiert Mubarak an der Spitze. Screenshot / "Al Ahram"
Auf dem Bild, das von den Agenturen verbreitet wurde, führt nämlich Obama die Staatsmänner an. Und Mubarak folgt an letzter Stelle. Er trottet am Rand des roten Teppichs ein paar Schritte hinterher.
Damit hatten die Zeitungsmacher in Kairo offenbar ihre Schwierigkeiten. Auf dem Bild in "Al-Ahram" stand Mubarak gespiegelt an der Spitze der Staatsmänner. Die Zeitung zeigte das neue Foto seinen Lesern am Dienstag in einem Artikel über die Fortsetzung der Friedensgespräche im ägyptischen Badeort Scharm-al-Scheich.
Ein Blogger entdeckte die offenkundige Änderung. Die unabhängige Zeitung "Al-Masri Al-Youm" schrieb, dass die Kollegen vom Staatsblatt wohl "einen Eingriff durchgeführt haben". "Al-Ahram" hat das Foto mittlerweile ersetzt, durch ein völlig anderes Bild.
Für Mubaraks Gegner ist die peinliche Panne kein Zufall. Vergangene Woche hatte Friedensnobelpreisträger Mohammed ElBaradei zum Boykott der Parlamentswahlen im November aufgerufen. Für die Opposition ist klar, dass unter Mubarak Wahlen manipuliert würden - ein bisschen wie die Fotos von ihm vielleicht.