Landtag will islamisches Zentrum in Bayern
München - Der Landtag will in parteiübergreifender Eintracht eines der geplanten islamischen Studienzentren an eine bayerische Hochschule holen. Alle fünf Fraktionen forderten das am Mittwoch im Hochschulausschuss in einem gemeinsamen Antrag. Auf eine bestimmte Hochschule legten sich die Abgeordneten nicht fest
- 11 فبراير 2010
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München - Der Landtag will in parteiübergreifender Eintracht eines der geplanten islamischen Studienzentren an eine bayerische Hochschule holen. Alle fünf Fraktionen forderten das am Mittwoch im Hochschulausschuss in einem gemeinsamen Antrag. Auf eine bestimmte Hochschule legten sich die Abgeordneten nicht fest, doch gilt Erlangen-Nürnberg als Favorit. Denn an der Friedrich-Alexander-Universität gibt es jetzt schon ein "Interdisziplinäres Zentrum für Islamische Religionslehre", an dem Religionslehrer für Islamunterricht an den Schulen ausgebildet werden.
Differenzen gibt es noch, ob in Bayern auch Imame für die Moscheen ausgebildet werden sollen. Die SPD ist dafür, die CSU skeptisch. Eine Imam-Ausbildung in Deutschland sei sinnvoll, sagte Isabell Zacharias, die Vizevorsitzende des Hochschulausschusses. Imame aus der Türkei oder anderen Ländern seien mit Deutschland und der deutschen Gesellschaft nicht vertraut. Die CSU ist skeptisch, weil sich die muslimischen Gemeinden in Deutschland je nach Herkunftsland und theologischer Ausrichtung sehr stark unterscheiden. Eine Dachorganisation wie die katholische Kirche oder den Zentralrat der Juden gibt es nicht. Der Landtagsbeschluss geht auf die jüngste Empfehlung des Wissenschaftsrats zurück, mehr Imame und islamische Religionslehrer in Deutschland auszubilden. Bund und Länder haben bereits signalisiert, sich der Sache anzunehmen. SZ