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Europa schweigt

Als sich am 17. Dezember vergangenen Jahres ein junger Mann in Sidi Bouzid selbst verbrannte, sah für Tunesiens Führung alles nach einem lokalen Ereignis aus. Der Tod des arbeitslosen Akademikers, der versucht hatte, sich als Obstverkäufer durchzuschlagen, löste eine Protestwelle aus, die jetzt das Nachba

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10 يناير 2011
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الحوار نت
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Als sich am 17. Dezember vergangenen Jahres ein junger Mann in Sidi Bouzid selbst verbrannte, sah für Tunesiens Führung alles nach einem lokalen Ereignis aus. Der Tod des arbeitslosen Akademikers, der versucht hatte, sich als Obstverkäufer durchzuschlagen, löste eine Protestwelle aus, die jetzt das Nachbarland Algerien erreicht hat.

Es ist ein Skandal, dass die Regierung Tunesiens auf die Demonstranten schießen lässt. Die autoritären Regierungen reagieren völlig überzogen auf den sozialen Protest.

In beiden Ländern hat sich das Protestpotenzial angestaut. Die Arbeitslosigkeit liegt in Algerien und Tunesien laut offizieller Statistik bei zehn beziehungsweise 13 Prozent, in Wahrheit dürfte die Zahl höher sein. In Tunesien trifft die Arbeits­losigkeit vor allem junge Akademiker. Das Wirtschaftswachstum von rund vier Prozent in beiden Staaten kommt bei großen Teilen der Bevölkerung nicht an. So haben in Algerien explodierende Preise für Grundnahrungsmittel – trotz üppiger Einnahmen aus dem Ölgeschäft – das Fass zum Überlaufen gebracht.

Die EU und ihre Mitgliedsstaaten reagieren mit Schweigen. Von der gern beschworenen Mittelmeerunion ist nichts zu sehen. Wahr ist, dass die EU-Regierungen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus und bei der Versorgung mit Rohstoffen auf die autoritären Führungen setzen. Hinzu kommt, dass die EU und die arabischen Staaten die Tore für junge Immigranten aus dem Maghreb geschlossen haben. Jetzt wachsen die sozialen Spannungen in Nordafrika

 

 Hannoversche Allgemeine Zeitung  

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